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Leseprobe "Berührungen"


Wenn die Angst an der Seele nagt

Verdammt, was mach ich mit der Angst? Heute Morgen habe ich beim Duschen ein knubbeliges Etwas im Brustbereich gespürt. Schon wieder. Den Termin bei der Gynaäkologin hab ich bermorgen. Bis dahin muss ich bei Stimmung bleiben. Solche und ähnliche Situationen treiben uns einen Angstschauer über den Rücken.
Angst. Angst. Angst. Die starkste Emotion, die wir Menschen kennen und die uns zutiefst berührt. Absolut wichtig und Schutz bietend in Gefahrensituationen. Angst lässt uns aufhorchen, wir stehen voll unter Spannung und sind aufmerksamer als in jeder anderen Situation.
Andererseits lähmt Angst auch. Wir erstarren vor Angst, Angst macht eng. Angst hat eine kalte Hand, Angst fressen Seele auf, so drücken wir es aus.
Es gibt zahlreiche Wege der Angst zu begegnen. Die Angst ausatmen. Bewusst entspannen, um der Angst die Spannung zu nehmen. Die Angst zulassen und zu Ende denken. Das bewirkt nicht selten, dass sich die Dinge relativieren. Oder der Angst einen Namen, ein Bild geben, das sich mit der Zeit verändern kann.
Aus der Sicht der japanischen Heilkunst Jin Shin Jyutsu belastet Angst die Energien von Niere und Blase, dabei brauchen wir gerade in Angst- Situationen starke Blasen- und Nieren-Energien.
Bei Angst legen wir einfach unsere Hände auf die Nieren.
Das erzeugt ein wohlig warmes Gefühl der Sicherheit. Im asiatischen Verständnis sind die Nieren unser Lebenskraft-Speicher und somit besonders schützenswert...


Dem Übel einen Namen geben - Fuck the Cancer

Manchmal brauchen Krisenzeiten ein Motto, damit man das Kind auch beim Namen nennen kann. Mein Motto war in den Zeiten der Krebserkrankung "Fuck the Cancer" - und manchmal gesteigert in Form von "Fuck the fucking breast cancer". Frech, respektlos, klar.
Inspiriert hat mich eine gute Freundin. Ich holte eines Tages ein Packchen aus dem Briefkasten. Inhalt: ein T-Shirt mit der Aufschrift !Fuck the Cancer" und einem fetten roten Stinkefinger. Ich hab den Spruch an allen möglichen Stellen unseres Hauses verankert, sodass er mir immer mal wieder begegnete. Unglaublich wohltuend war das!
Ja, es steckt das unbändige Bedürfnis nach Erlösung von Krebs in diesem Satz. Es steckt ein .von oben herab drin. Er kann uns mal dieser Cancer - Fuck the Cancer!
Warum wir bei solchen Emotionen so gern den Mittelfinger bemühen, erklärt uns wiederum das Jin Shin Jyutsu sehr anschaulich. Immer wenn wir aus unserer Mitte sind, wenn wir voller Frust sind, uns die Galle überläuft oder die Laus über die Leber rennt, wenn wir vor Wut außer uns sind, dann zücken wir schon mal den Mittelfinger, um unseren Standpunkt klar zu
machen.
Den Mittelfinger hin und wieder in einer Berührung sanft zu umschließen, lässt uns wieder unsere Mitte spüren. Damit harmonisieren wir die Energien von Leber und Galle. Wir kommen zu uns und finden Wege aus der Wut

Fotos: Gerhard Zerbes